Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar FD: Bilder lesen lernen

100063 SE 2023W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Angesichts aktueller Entwicklungen des Medienzeitalters, die sich in einer zunehmenden Visualisierung und Mediatisierung des Alltags zeigen, ist auch der Deutschunterricht dazu aufgerufen, seine Fixierung auf schriftbasierte Texte zu hinterfragen und die Auseinandersetzung mit bildbasierten Medien zu integrieren. Denn welche Funktionen haben Fotos, Bilder, Memes, wie interagieren Wissen, Macht und Emotionen und inwiefern lassen sich visuelle Erfahrungen in Sprache übersetzen? Neben Zugängen, die auf reflexiv-kritisches Bildverstehen abzielen, ist für das Lesenlernen der Bilder auch die aisthetisch-performative Dimension relevant, die ästhetische Begegnungen und Widerfahrnis in den Blick nimmt.
In dieser Lehrveranstaltung setzen wir uns mit Zugängen zu Bildern als Zeichen und als Akteure auseinander, lernen semiotische Grundlagen sowie diskursanalytische und machtkritische Ansätze kennen. Wir diskutieren, wie zeichenspezifische Beschaffenheit, Rahmung, Narrative, Serialität ihre Wirkung entfalten, was Fiktion bewirkt, wie Faktualität signalisiert und auf welche Weise Normalität hergestellt und unterwandert wird. Aufbauend auf diesen Grundlagen werden mediendidaktische Wege ausgelotet, mit denen visuelle Literalität und bildästhetische Erfahrung ebenso geschult und realisiert werden kann wie Medienreflexion und ökonomische Bildung.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit und Anwesenheit (max. eineinhalb Doppeleinheiten Abwesenheit), Hausübungen, Gruppenpräsentation, Praxiserprobungen, Exposé, Seminararbeit (25 Seiten; Abgabe spätestens 15. März 2024)

 

Literatur

Auswahl

Barthes, Roland: Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie. Frankfurt am
Main: Suhrkamp 1985
Butler, Judith (2010): Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen. Aus dem Englischen von Reiner Ansén. Frankfurt/Main/New York: Campus
Claudia Benthien/Weingart, Brigitte (Hg.): Handbuch Literatur & Visuelle Kultur. (Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie 1) Berlin/Boston: De Gruyter 2014
Eco, Umberto: Die Geschichte der Schönheit. München: Hanser 2004
Gretsch, Petra/Holzäpfel (Hg.): Lernen mit Visualisierungen. Erkenntnisse aus der Forschung und deren Implikationen für die Fachdidaktik. Münster: Waxmann 2016
Hall, Stuart: Ideologie, Identität, Repräsentation. Ausgewählte Schriften 4. Hamburg: Argument 2004
Holzbrecher, Alfred u.a. (Hg): Foto + Text. Handbuch für die Bildungsarbeit. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2006
Lieber, Gabriele (Hg.): Lehren und Lernen mit Bildern. Ein Handbuch zur Bilddidaktik. Baltmannsweiler: Schneider V. Hohengehren 2013
Piatzer, Sabine/Möhrle, Solveig: Comics and graphic novels. Leseverstehen und visuelle Literalität fördern. Hannover: Friedrich 2021
Sontag, Susan: Das Leiden anderer betrachten. München: Hanser 2003

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext