Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar FD: Frieden und Krieg

100063 SE 2022W

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Vortragende:

Nächster Termin

Thursday, 01.12.2022 11:30-14:45 Seminarraum 5, Kolingasse 14-16, EG00

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Dieses Masterseminar widmet sich einem nach Klafki epochaltypischem Schlüsselproblem, das durch Kriege und Kriegsfiktionen in Literatur und Medien allgegenwärtig ist. Aber welche Kriege werden erzählt, gelesen und gespielt? Wer spricht und agiert? Was wird erinnert und in Medienverbünden transformiert und multipliziert? Und auf welche Weise wird Frieden verhandelt?

In diesem Seminar setzen wir uns mit der Lust am Krieg und dem Engagement für Frieden auseinander, mit Ursachen und Folgen von Kolonial-, Weltkriegen und kriegerischen Konflikten, verpassten Alternativen und der Entwicklung von Visionen. Es geht um (post)koloniale Diskurse und Männlichkeitskonstruktionen und um ökonomische sowie demokratiepolitische Fragen, die sprachlich, literarisch und medial verhandelt werden. Für den Deutschunterricht diskutieren wir Wege der Friedenserziehung mit themenorientierter Literaturgeschichtsdidaktik, intermedialen Lektüren und via Sprachreflexion. Wir diskutieren Fragen des Kanons und Dynamiken ästhetischer Erfahrung und erproben Konzepte des materialgestützten Schreibens, szenischer Interpretation und literarischen Lernens.

Die Ziele der LV, zu Theoriebildung sowie Methodenkompetenz beizutragen und die Handlungsfähigkeit im fachdidaktischen Feld zu erweitern, werden anhand methodischer Settings wie Stationenbetrieb, Fishbowl-, World-Café-Methode, mittels intermedialer Lektüren, Leseprotokollen, Posterpräsentationen, Peerfeedback sowie durch selbständiges Verfassen von Konzept und Seminararbeit verfolgt.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Beck, Ulrich: Der kosmopolitische Blick oder: Krieg ist Frieden. Frankfurt: Suhrkamp 2004
Boelderl, Artur/ Esterl, Ursula/ Mitterer Nicola (Hg.): Poetik des Widerstands. Eine Festschrift für Werner Wintersteiner Innsbruck, Wien, Bozen: StudienVerlag, 2020
Bösling, Carl-Heinrich (Hg.): Männer. Frauen. Krieg. Krieg und Frieden - Eine Frage des Geschlechts? Göttingen V&R Unipress 2015
Butler, Judith: Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen. Frankfurt/Main: Campus 2010
Colpan, Sema / Kerekes, Amália / Mattl, Siegfried /Orosz, Magdolna / Teller, Katalin (Hg.): Kulturmanöver. Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild. (Budapester Studien zur Literaturwissenschaft, Bd. 18) Frankfurt/M.: Peter Lang Verlag 2015
Haberich, Max / Gruber, Marianne (Hg.): Frieden. Wien: ÖSV 2018
Hansel, Michael: Kalter Krieg in Österreich. Literatur - Kunst - Kultur. Wien: Zsolnay, 2010
Gießmann, Hans / Rinke, Bernhard: Handbuch Frieden. Wiesbaden: Springer Fachmedien 2019
JuLit - Heft 3 / 2015: Krieg und Frieden in der Kinder- und Jugendliteratur
Kluge, Alexander u.a.: Krieg und Frieden & Der Kandidat. (= Ed. Filmmuseum 25) BRD 1982
Kucher, Primus Heinz / Bertschik, Julia (Hg.): „baustelle kultur“. Diskurslagen in der österreichischen Literatur 1918-1933/38. Bielefeld: Aisthesis 2011
Müller, Karl / Wintersteiner, Werner (Hg.): Die Erde will keinen Rauchpilz tragen. Krieg und Frieden in der Literatur. Innsbruck u.a.: Studienverlag 2011
Polt-Heinzl, Evelyne: Österreichische Literatur zwischen den Kriegen. Plädoyer für eine Knaonrevision. Wien: Sonderzahl 2012
Weiss, Peter: Die Ästhetik des Widerstands. Roman. Frankfurt: Suhrkamp 2021
Wintersteiner, Werner: „Hätten wir das Wort, wir bräuchten die Waffen nicht“. Erziehung für eine Kultur des Friedens. Innsbruck u.a.: Studien-Verl., 2001

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anwesenheit (Fehlzeit max. eine Doppeleinheit) und Mitarbeit, Lektüre- und Rechercheaufträge, Leseprotokoll, Posterpräsentation, Konzept und Seminararbeit (25 Seiten Haupttext, Abgabe spätestens 21. März 2023)