Texte, Medien, Digitalität
100045 VU 2026W
Vortragende:
Nächster Termin
Mittwoch, 07.10.2026 09:45-13:00 Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Die Vorlesungsübung führt in die mediale Verfasstheit von sprachlicher Kommunikation und literarischen Texten ein – historisch wie systematisch und mit besonderem Augenmerk auf die gegenwärtige digitale Transformation. Sie wird gemeinsam von einer Literaturwissenschaftler:in und einer Sprachwissenschaftler:in abgehalten und verbindet so literatur- und sprachwissenschaftliche Perspektiven auf einen Gegenstand, der sich erst in deren Zusammenspiel erschließt.
Texte sind grundlegend für Kommunikation, Wissensvermittlung und kulturelle Überlieferung und dabei stets an Medien gebunden. Ausgehend von zentralen Begriffen der Textlinguistik und Literaturwissenschaft (Textbegriff und Textualitätskriterien, Textsorten und -funktionen, Kohäsion und Kohärenz) sowie einer Klärung dessen, was überhaupt als ›Medium‹ gelten kann, nimmt die VU die Materialität von Text und Literatur, das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie diverse semiotische Phänomene in den Blick. Im Zentrum steht die Frage, wie die je dominanten Medien einer Zeit gesellschaftliche Kommunikation und Literatur prägen: Wie verändern mediale Umbrüche das Schreiben und Lesen, das Wahrnehmen und Verstehen? Behandelt werden zentrale Paradigmenwechsel der Mediengeschichte, die mediale Herausbildung neuer Gattungen, Formen literarischer Medienkritik und die Adaptionsprozesse von Sprache im Internet.Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Digitalität der Gegenwart. Die VU vermittelt ein grundlegendes Verständnis von Daten (Data Literacy), maschinellem Lernen und generativer künstlicher Intelligenz, die hier als statistische, auf Daten trainierte Sprachmodelle verstanden wird. Sie behandelt die Anwendung und Evaluation großer Sprachmodelle in der Sprach- und Literaturwissenschaft sowie deren Auswirkungen auf soziale Medien mit ihren Texten, Netzwerkstrukturen und Empfehlungssystemen. Darüber hinaus wird kritisch nach Verzerrungen im digitalen Raum gefragt: nach Sprach- und Genderbias, nach Verfahren ihrer Evaluation sowie nach der Dominanz anglozentrischer Perspektiven. Aus dem Blickwinkel des Digitalen Humanismus wird auf die Interaktion zwischen digitalen Technologien und Gesellschaft eingegangen.Ziel ist es, die grundsätzliche Medialität von Sprache und Literatur zu verstehen, ihre historischen Entwicklungen nachzuvollziehen und die gegenwärtigen Umbrüche – von Online-Diskursen bis zur generativen KI – in ihrer gesellschaftlichen wie wissenschaftlichen Relevanz einzuordnen. In Übungen und gemeinsamen Analysen werden die theoretischen Grundlagen praktisch erprobt und auf konkrete Materialien angewandt. Die Lehrveranstaltung lädt derartig dazu ein, sich mit der medialen und multimodalen Verfasstheit von Sprache und Literatur vertieft auseinanderzusetzen.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Die Überprüfung der Qualifikationsziele erfolgt im Rahmen von drei Teilprüfungsleistungen. Zunächst wird in einer Multiple-Choice-Klausur das grundlegende Fachwissen der Vorlesung überprüft. Ergänzend erstellen die Studierenden am Semesterende ein Poster, in dem sie zentrale Inhalte eigenständig aufbereiten und in strukturierter Form darstellen. Den Abschluss bildet ein Prüfungsgespräch, das sich aus einer Posterpräsentation sowie einer anschließenden Diskussion mit Fragen der Dozierenden zusammensetzt und in dem die Studierenden ihr Verständnis vertiefend erläutern und argumentativ vertreten.
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Literatur
Eine ausführliche Literatur- und Medienliste wird auf der E-Learning-Plattform zur Verfügung gestellt.
Prüfungsstoff
Zum Prüfungsstoff gehören die Lehrveranstaltungsmaterialien und die auf der E-Learning-Plattform bereitgestellte Literatur.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungstermine und -modalitäten werden in der VO und auf der E-Learning-Plattform erläutert.
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fernbleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
