Vorlesungs­verzeichnis

Gegenwartsliteratur und Literaturbetrieb

Fiktionalität. Zu einem Grundbegriff der Literatur Autorinnenkolloquium mit Raphaela Edelbauer

100044 VU 2026W

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Vortragende:

Nächster Termin

Donnerstag, 15.10.2026 18:30-20:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3

 

8.10.2026 – Bonus (bei Entfall einer der weiteren verpflichtenden Exkursionsaufgaben)
Exkursion zum Auftakt des Symposiums über das Werk von Peter Rosei ins kunsthaus muerz in Mürzzuschlag (auf eigene Rechnung)
Verfassen einer Zusammenfassung des 1. Abends (Vortrag Thomas Eder: „Erweiterte Poesie – das Vermögen des Schriftstellers“, Lesung Peter Rosei aus Rebus. Roman (1990); Fragestellung: Rolle von literarischen Institutionen bei der Beforschung von Gegenwartsliteratur (Literatursymposien)

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Laut Curriculum hat die V+U Gegenwartsliteratur und Literaturbetrieb im Bachelor- sowie im Masterstudium Lehramt zum Ziel, dass die Studierenden zentrale Werke aus den Bereichen der Gegenwartsliteratur sowie der Kinder- und Jugendmedien und relevante Institutionen des Kulturbetriebs und der Kulturvermittlung wie Archive, Bibliotheken, Ludotheken, Galerien, Kinos, Museen und Theater kennenlernen, sich diese erschließen und an ihnen teilhaben können. Die Studierenden haben sich mit Formen des digitalen, multimodalen und transmedialen Erzählens v.a. in Hinblick auf das veränderte Verhältnis zwischen Produzent:innen und Rezipient:innen auseinanderzusetzen. Diese Kompetenzen und Wissenskomplexe sind orientiert am schulischen Deutschunterricht, zu dessen Kernaufgaben die Vermittlung von literarischer und medialer Bildung bzw. die Auseinandersetzung mit Texten in unterschiedlichen Medienformaten und die synchrone sowie diachrone Sprachreflexion gehören.
Ausgehend von der Befassung mit dem Werk und der unterstellbaren Poetologie der Autorinnengästin Raphaela Edelbauer soll die Frage nach Fiktionalität als einer Kernoperation der Literatur beleuchtet werden. Ausgehend von Edelbauers jüngstem, manifestartig-poetologischem Buch Die echtere Wirklichkeit (Klett-Cotta 2025) geht es aber auch um die Frage nach Fiktionalität als Thema und Gegenstand in exemplarisch ausgewählten Texten der Gegenwartsliteratur.
In einer literaturwissenschaftlichen Basisdefinition kann man unter Fiktionalität verstehen, dass literarische Werke in dem Sinne „fiktional sind, dass sie grundsätzlich keinen Anspruch auf unmittelbare Referenzialisierbarkeit, d. h. Verwurzelung in einem empirisch-wirklichen Geschehen erheben“ (Martínez/Scheffel 2029 [1999], 16). Es bietet sich aber an, mit einer philosophisch versierten Autorin wie Raphaela Edelbauer auch über die philosophischen Grundlagen von Fragen der Fiktionalität zu sprechen. Diese Fragestellungen sollen im Vorlesungsteil vorgestellt und im Übungsteil mit den Studierenden und mit Raphaela Edelbauer anhand ihrer Werke und ausgewählter Werke anderer Autor:innen und Theorieansätze diskutiert werden.
Weitere Aspekte zum Themenfeld Gegenwartsliteratur und Literaturbetrieb werden in Exkursionen zu Institutionen des literarischen Lebens in Österreich eine besondere Rolle spielen, dazu zählen: Besuch von Raphaela Edelbauer in 3 Einheiten (November, Dezember und Jänner), gemeinsame Präsentation eines zu ersinnenden und zu erarbeitenden Programms bei einer Veranstaltung (vor allgemeinem Literaturpublikum) im Literarischen Quartier der Alten Schmiede Wien – damit Anbindung von Studierenden an literarische Institutionen außerhalb der Universität (= Einbringen und Anknüpfen an externe Expertise).
Zudem: Exkursion ins Redaktionsbüro der Zeitschrift wespennest und die Verlagsräumlichkeiten des Sonderzahl Verlags, Vorbereitung der Fragestellungen: Wie entsteht ein Buch? Wie funktioniert eine Literaturzeitschrift?
Exkursion in das Konrad-Bayer-Archiv, Vorbereitung der Fragestellung: Umgehen mit literarischen Nachlässen (Edition, Verbreitung, Beforschung, Anknüpfung)

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen'). Die Verwendung von KI ist in dieser Lehrveranstaltung nicht erlaubt.
Die Leistungsfeststellung erfolgt über mehrere, auch während des Semesters zu erbringende Leistungen. Am Ende des Semesters steht eine ca. 20-minütige mündliche Prüfung über die erarbeiteten Inhalte und die Semesterlektüre.

 

Literatur

Verpflichtende Lektüre

Edelbauer, Raphaela (2025). Die echtere Wirklichkeit, Roman, Stuttgart: Klett-Cotta.
Freudenthaler, Laura (2026). Iris. Roman. Salzburg: Jung & Jung.
Rosei, Peter (1990). Rebus. Roman. Stuttgart: Klett-Cotta.
Waterhouse, Peter (2025). Z Ypsilon X. Berlin: Matthes & Seitz.

Weitere Literatur:
Currie, Gregory (2020). Imagining and Knowing. The Shape of Fiction. Oxford: Oxford University Press.
Edelbauer, Raphaela (2024). Routinen des Vergessens. Wiesbadener Poetikvorlesungen, Stuttgart: Klett-Cotta.
Martínez, Matías und Michael Scheffel (2019 [1999]. Einführung in die Erzähltheorie, München: C.H.Beck.
Reicher, Maria Elisabeth (2007, Hg.). Fiktion, Wahrheit, Wirklichkeit. Philosophische Grundlagen der Literaturtheorie, Paderborn: mentis.

Lepper, Marcel und Ulrich Raulff (eds.) (2016). Handbuch Archiv. Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. Stuttgart: Metzler (Auszüge)
Nebrig, Alexander, Corinna Norrick-Rühl und Erika Thomalla (eds.) (2026). Handbuch Verlag. Geschichte – Aufgaben – Perspektiven. Stuttgart: Metzler (Auszüge)

Weitere Leseliste und detaillierter Ablaufplan werden in der ersten Einheit ausgegeben.

 

Prüfungsstoff

Stoff und Arbeitsergebnisse der jeweiligen Sitzungen

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fernbleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
Konsequente Vorbereitung, aktive Mitarbeit in Wort und Schrift, Expert:innenstatus zu ausgewählten Themenblöcken, Bereitschaft zur Erschließung komplexer Zusammenhänge mit Hilfe von jüngeren literaturtheoretischen Angeboten, kritische Theoriereflexion; Teilnahme und Ausarbeitung der Aufgaben für die Vorbereitung zu den Exkursionen, Teilnahme an den Exkursionen (in Wien), Präsentation der vorbereiteten Fragestellung im Rahmen der Exkursionen.

Beurteilungsmaßstab: Expert:innenrolle: 20 %, Mitarbeit, Exkursionen und der damit verbundenen Präsentationen und Diskussionsbeiträge: 30 %, Präsentation Alte Schmiede: 20 %, mündliche Schlussprüfung: 30 %.