Vorlesungs­verzeichnis

Neuere deutsche Literatur: Unendliche Räume. Raum und Raumtheorie von Goethe bis Bernhard.

100029 VO 2014S

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

"Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern." (Pascal)
Mit diesem Zitat aus dem Werk des Begründers der Infinitesimalrechnung, das Bernhard an den Beginn seines Romans 'Verstörung' stellt, sind die Koordinaten der Vorlesung abgesteckt. Ihren Ausgangspunkt bildet so die kühne Erweiterung der Vorstellungen des Raumes und des Endlichen durch die Mathematiker seit dem 17. Jahrhundert und deren Resonanz in der Literatur ab 1800.
Beginnend mit den klaren euklidischen Räumen Goethes wird hier deren Auflösung zu den topologischen, den imaginären und schließlich den unendlich erscheinenden Räumen der Romantik und weiter des 20. Jahrhunderts bis zu Bernhard untersucht.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Abschlussprüfung (90 Minuten)
Erster Termin: letzte Juniwoche 2014;
Weitere Termine: Okt. 2014, Jan. 2015, März 2015.

 

Literatur

Textgrundlagen (Auswahl):
Goethe: Italienische Reise I,
Die Wahlverwandtschaften;
Novalis: Heinrich von Ofterdingen, I/Kap. 1-8;
Brentano: Godwi oder Das steinerne Bild der Mutter, 2. Teil;
Kafka: Das Schloß 1-16;
Bernhard: Amras,
Verstörung.
Zur Einführung:
Raumtheorie ..., Hg. J. Dünne u.a., Ffm 2006;
Raum ..., Hg. St. Güntzel u.a., Stuttg.-Weimar 2010;
W. Iser: Das Fiktive und das Imaginäre ..., Ffm 1993;
Artikel: Raum, Topologie, Unendlich, in: HWPH, EPHW, ÄGHW.

 

Prüfungsstoff

Close reading; Raumtheorie.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Ziel der Vorlesung ist es, die Literarisierung maßgeblicher kultur- und geistesgeschichtlicher Entwicklungen vom 17./18. bis zum 20. Jahrhundert in ihren Textstrategien nachvollziehbar zu machen.