Vorlesungs­verzeichnis

Ndl: Richard Wagner

100018 VO 2023W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Nicht erst seit den russischen Söldnern, die seinen Namen tragen, hat Richard Wagner eine schlechte Presse: Zeitlebens geriet er wegen seiner Persönlichkeit und seines Privatleben ebenso in Misskredit wie durch seine innovatorischen und nicht immer eingängigen Konzepte von Gesamtkunstwerk, unendlicher Melodie und Zukunftsmusik, hinzu kam noch erschwerend, dass er Rassist, Antisemit und Hitlers Lieblingskomponist war. Wagner ist fast eineinhalb Jahrhunderte nach seinem Tod immer noch eine kontroversielle Persönlichkeit, und gerade das macht ihn interessant. Einerseits ein Fall für Cancel culture, andererseits jener deutsche Dramatiker, dessen Werk wie kein anderes in die unterschiedlichsten Sparten von Kunst und Kultur ausstrahlt und der auch noch in der Gegenwart die Spielpläne prägt – und zwar international.
Nicht der Opernkomponist Wagner steht im Mittelpunkt der Vorlesung, sondern der Schriftsteller, der für sein revolutionäres Musiktheater selbst die Texte verfasste und in diesem intermedialen Zusammenspiel für eine anhaltende und weltweite Wirkung sorgte, die in der deutschen Kulturgeschichte ihresgleichen sucht. Zu Beginn wird auf die Schwierigkeiten eingegangen, die einer eingehenden Beschäftigung mit seinen Operntexten entgegenstehen, es werden aber auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich dem Thema angemessen annähern kann – unter anderem über die biographische Hintertreppe. Hauptanteil an der Vorlesung haben Einführungen und Analysen zu den wichtigsten Bühnenwerken, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen (Stoffgeschichte, politische und religiöse Aspekte, Sexualität, ästhetische Innovation, Kommunikationstheorie, Rezeption u.a.). Drei Fallstudien über die Wirkung Wagners schließen an: in der Travestie, in der Erzählprosa und in der Politik. Eine Zusammenfassung grundlegender ästhetischer Positionen, die im Verlauf des Semesters zur Sprache gekommen sind, rundet die Vorlesung am Ende ab.
Pro Einheit wird jeweils eines der folgenden Themen behandelt: (1) Ännäherungen an Richard Wagner – (2) Wagners Leben – (3) „Der fliegende Holländer“ (Reclam UB 18317) – (4) „Tannhäuser“ (Reclam UB 5636) – (5) „Lohengrin“ (Reclam UB 5637) – (6)+(7) „Der Ring des Nibelungen“ (Reclam UB 18628) – (8) „Tristan und Isolde“ (Reclam UB 18272) – (9) „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Reclam UB 5639) – (10) „Parsifal“ (Reclam UB 18362) – (11) Wagner und Nestroy – (12) Wagner und Thomas Mann – (13) Wagner und Hitler – (14) Wagners Ästhetik

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Prüfung findet mündlich statt. Die Verwendung von KI und anderen Hilfsmitteln ist nicht gestattet. Erwünscht ist ein literarisches Gespräch, das sowohl eine fachgerechte und sachliche Auseinandersetzung mit den Vorlesungsinhalten als auch einen eigenständigen Zugang dazu erkennen lässt.

 

Literatur

Materialien zur Vorlesung in Form von Bild- und Textquellen werden vor Semesterbeginn rechtzeitig auf Moodle abzurufen sein, ebenso eine Bibliographie mit Werken der Sekundärliteratur und ein detailliert gegliederter Vorlesungsplan.

 

Prüfungsstoff

Kenntnis der Vorlesungsinhalte inkl. Materialien sowie der besprochenen Bühnenwerke Richard Wagners sowie - nach Wahl - einer der behandelten Thomas-Mann-Erzählungen

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').