Vorlesungs­verzeichnis

Vorlesung NdL: Postdigitale Poetik: Literatur, digitale Medien und algorithmische Strategien

100012 VO 2025W

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Nächster Termin

Freitag, 13.03.2026 15:00-16:30

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Als kulturelle Filter, ästhetische Möglichkeitsräume und zentrale Kommunikationsinfrastrukturen bestimmen algorithmische Medienkulturen das Verständnis von Literatur und verschieben ihre poetologischen Kategorien. Wie schreibt man im Zeitalter permanenter Vernetzung, automatisierter Textgenerierung und unbegrenzter Informationsverfügbarkeit? Welche Rolle spielt das literarische Schreiben in einer Medienkultur, die von Software, Interfaces und Algorithmen geprägt ist? Die Lehrveranstaltung begibt sich auf die Spurensuche nach poetologischen Strategien im Zeichen der Postdigitalität, einem Zustand, der nicht mehr zwischen analog und digital unterscheidet, sondern hybride Verschränkungen in den Fokus rückt und den Einfluss technologischer Entwicklungen reflektiert.

Die Vorlesung bietet einen Überblick über zentrale literarische und theoretische Positionen, die sich mit dem Einfluss digitaler Technologien auf poetisches Denken und Schreiben auseinandersetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Texten, die mediale Übergänge thematisieren und ästhetische Strategien entlang hypertextueller Strukturen, Code-Poesie, Kopier- und Remix-Praktiken, Interface-Ästhetiken, algorithmischer Narration und KI-generierter Literatur entwickeln. Autor:innen wie Hannes Bajohr, Christiane Frohmann, Thomas Meinecke, Kathrin Passig und Jörg Piringer etablieren in ihren Werken experimentelle Textformen und reflektieren zugleich die epistemologischen Bedingungen digitaler Kulturen, etwa in der Frage, wie sich Wahrnehmung, Identität und Wirklichkeitskonstruktionen verschieben. Literatur wird dabei zum Reflexionsraum für digitale Transformationen und zu einem kritischen Gegenraum, der Logiken von Plattformen, Algorithmen und Nutzungsmetriken unterläuft.

Die Lehrveranstaltung kombiniert eine Einführung in postdigitale Kultur- und Medientheorie mit literaturwissenschaftlichen Textanalysen. Methodisch wird ein interdisziplinärer Zugang verfolgt, der kulturwissenschaftliche, medienästhetische, poetologische und posthumanistische Perspektiven verknüpft. Anhand ausgewählter Texte und digital-literarischer Verfahren werden zentrale Konzepte wie Digitalität, Materialität, Virtualität, Künstlichkeit, Netzliteratur, Lesetechnologien, Interaktivität und maschinelles Schreiben kritisch diskutiert. Im Fokus stehen dabei auch ästhetische Strategien der Verweigerung, des Fehlers ("Glitch"), Remixe, Collagen, Mashups und generative Verfahren, die sich den standardisierenden, performanzorientierten Strukturen digitaler Plattformen widersetzen. Die Vorlesung zielt darauf ab, ein theoretisches sowie analytisches Instrumentarium zu vermitteln, mit dem literarische Texte im Spannungsfeld von analoger Materialität und digitaler Kodierung erschlossen und in gegenwärtige wie zukünftige mediale Konstellationen eingeordnet werden können. Ergänzend werden historische Entwicklungslinien sowie aktuelle Diskurse zu Künstlicher Intelligenz, neuen Formen von Autor:innenschaft und dem Verhältnis von Mensch, Maschine und Kreativität verhandelt.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Überprüfung der Qualifikationsziele findet im Rahmen einer schriftlichen Prüfung statt. Der Fokus wird dabei auf Verständnisfragen gelegt, bei denen mehrere Aspekte der Vorlesung zur Beantwortung eigenständig miteinander verknüpft werden sollen. Hilfsmittel sind daher nicht gestattet.

 

Literatur

Eine ausführliche Literatur- und Medienliste wird auf der E-Learning-Plattform zur Verfügung gestellt.

 

Prüfungsstoff

Zum Prüfungsstoff gehören die Lehrveranstaltungsmaterialien und die auf der E-Learning-Plattform bereitgestellte Literatur.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungstermine und -modalitäten werden in der VO und auf der E-Learning-Plattform erläutert.