Vorlesungs­verzeichnis

Ältere deutsche Literatur: Mittelalterliches Recht im literarischen Diskurs

100003 VO 2009W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Volkssprachige Literatur, namentlich die höfischen Romane, in denen es um vorbildliches Handeln hervorragender Ritter der Artusrunde geht, spiegeln Vorstellungen darüber, was man für gut und böse, für erstrebenswert und verachtungswürdig, aber auch was man für menschlich schwierig und problematisch hielt. Im Bereich der Wissenschaften beschäftigte sich das Kirchenrecht, die Kanonistik damit, allerdings unter dem Aspekt der Sünde (sub ratione peccati), was im System theologischen Denkens den Zwang zu Eindeutigkeit und Widerspruchsfreiheit auferlegte. Literaten konnten, was in ihrer Zeit schwer zu vereinbaren und schwer zu beurteilen war, unter Umständen aus ihrer Kenntnis der Welt besser oder doch zumindest anders vor Augen führen als die Kanonisten, zumal Literatur im Unterschied zur Wissenschaft nicht darauf zielen muß, Fälle eindeutig zu machen. In diesem Sinne geht es in der Vorlesung um den Beitrag der volkssprachigen Literatur des Mittelalters zu einer säkularen Ethik.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Klausur

 

Literatur

Hilfsmittel: Stephan Kuttner: Kanonistische Schuldlehre von Gratian bis auf die Dekretalen Gregors IX. Città del Valicano 1935 (wird in Kopie im Semesterapparat bereitgestellt). Weitere Literatur erscheint im Vorlesungsprogramm.