Vorlesungs­verzeichnis

Storytelling: Erzählen als Medium der Weltwahrnehmung und Weltgestaltung

060021 VO 2024S

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Moodle

Vortragende der Germanistik:

Nächster Termin

Wednesday, 17.04.2024 18:30-20:00 Auditorium Maximum Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 10

 

06.03. Gerald Moers / Stephan Müller „Erzählen gegen den Tod im pharaonischen Ägypten und im deutschen Mittelalter“
13.03. Eva Zettelmann (Anglistik) „Einführung in grundlegende Konstituenten von Narrativität“
20.03. Uta Heil (Evangelische Theologie) „Katastrophen- und Krisenbewältigung – Zur Narration von Bedrohungsszenarien in biblischen und christlichen Texten“
10.04. Juliane Schiel (WSG) „Storytelling in den Geschichtswissenschaften“
17.04. Katharina Gartner (Afrikanistik) „We are all together. Zeitgenössisches Oral Storytelling als intergenerationelle, kreative und musikalische Praxis in verschiedenen Regionen Afrikas“
24.04. Claus Tieber (TFM) „Das Drehbuch als Grundlage der narrativen Struktur audiovisueller Erzählungen“
Günther Stocker (NDL) „Perspektivenstrukturen in literarischen Erzählungen“
08.05. Ioan Moga (Orthodoxe Theologie) „Ikonographische Erzählmodi im ostkirchlichen Kontext“
15.05. Waltraud Kolb (Translationswissenschaft) „Maschinenübersetzung und Postediting narrativer Texte“
22.05. Philipp Scheibelreiter (Römisches Recht und antike Rechtsgeschichte) „Erzählung als Sachverhaltsdarstellung einer Prozesspartei“
Paul Oberhammer (Zivilverfahrensrecht) „Behaupten, Beweisen, Entscheiden: Beobachtungen zum Storytelling vor Zivilgerichten“
29.05. Christiane Maria Losert-Valiente Kron (Physik) und Katharina Pallitsch (Organische Chemie) „Anwendungsorientierte Wissenschaftsvermittlung im konstruktivistischen Dialog“
05.06. Sandra Pia Harmer (Didaktik der Chemie) „Narrative Elemente in der Chemiedidaktik“
Florian Mayrhofer (Katholische Theologie) „Digital Storytelling im religionspädagogischen Kontext“
12.06. Manfred Nagl (KPH Wien/Krems) „Interaktive Digital Storytelling“
19.06. Niku Dorostkar (GameLab & KPH Wien/Krems) „Spielend erzählen. Interaktive Narration und Identitätskonzepte in digitalen Spielen“
26.06. LV-Prüfung

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt:
Erzählen gehört zu den elementarsten und selbstverständlichsten Praxen der menschlichen Weltwahrnehmung und Weltgestaltung und bleibt dabei doch immer auch kulturspezifisch. Dementsprechend durchziehen Erzählungen – teils auch unerkannt – sämtliche Bereiche vergangener und heutiger Lebenswelten. Weit vor dem bekannten Sonderfall des literarischen Erzählens fängt dies bereits bei konversationellen Alltagserzählungen an „Du glaubst nicht, was mir gestern passiert ist …“ und geht über das identitätsstiftende biographische Erzählen von Individuen bis hin zu den großen Narrativen kultureller Kollektive jeglichen Zuschnitts – Verschwörungsgeschichten inklusive. Auch aus entwicklungs- und kognitionspsychologischer Perspektive scheint personale Identität weitestgehend narrativ verfasst.
Erzählen ist dabei an kein spezifisches Medium gebunden. Erzählt wird nicht nur mündlich oder schriftlich, sondern gleichermaßen in Bildern und in Filmen genauso wie in digitalen Spielen, im Theater oder in der Musik. So vielfältig die Formen des Erzählens sind, so vielfältig sind auch die kontextspezifischen Funktionen, die mit dem Erzählen von Geschichten verknüpft werden. Erzählt wird im Rahmen geschichtswissenschaftlicher Re-Konstruktionen von Ereignissen, im Plädoyer vor Gericht, bei der Markteinführung neuer Produkte, selbst die Präsentation naturwissenschaftlicher Daten folgt häufig narrativen Schemata.
Zunehmend deutlicher tritt in letzter Zeit die besondere Bedeutung des Erzählens bei der Interpretation zeitgeschichtlicher Ereignisse in den Vordergrund. Zur Erklärung ein und desselben Geschehens konstruieren Akteur*innen je nach Interessenlage konkurrierende Erzählungen. Die Kompetenz, die interessengleitete Konstruktion von Geschichten verstehen und analysieren zu können, dürfte daher neben allem anderen besonders für die demokratische Gestaltung politischer Diskurse von hoher Zukunftsrelevanz sein.

Ziel:
Die fakultätsübergreifende Vorlesung gibt einen Einblick in diesen grundsätzlichen Facettenreichtum des Erzählens. Unterschiedliche Medien, in denen Geschichten erzählt werden können, werden dabei ebenso beleuchtet wie die historisch und kulturell definierten verschiedenen gesellschaftlichen Kontexte und Funktionen des Erzählens.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Vor-Ort Multiple Choice Prüfung am 26.06.2024
Erlaubte Hilfsmittel: Keine

 

Literatur

Wird jeweils auf Moodle bereitgestellt

 

Prüfungsstoff

Die Lehrenden definieren den prüfungsrelevanten Stoff jeweils in der von ihnen bestrittenen Lehrveranstaltungseinheit .

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zum Bestehen der Lehrveranstaltungsprüfung (Multiple Choice) sind mindestens 50 % der Gesamtpunktezahl zu erreichen. Der Notenspiegel skaliert sich wie folgt:

88 - 100 % 1
75 - 87,99 % 2
62,51 - 74,99 % 3
50 - 62,5 % 4
0 - 49,99 % 5