Internationale Tagung: Deutsch als Zweitsprache. Diskriminierung im wissenschaftlichen Diskurs.

Datum: 08. – 09. April 2022

Veranstaltungsleitung: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim, M.A. (Univ. Wien), Prof. Mag. Dr. Rainer Hawlik, BEd (PH Wien), Prof. Dr. Anke Wegner (Univ. Trier)
Organisation & Kontakt: Mag. Nicole Irmler

Dem wissenschaftlichen Diskurs im Fach Deutsch als Zweitsprache sind seit Anbeginn und bis heute in facettenreicher Weise Formen des Zugehörigkeitsregimes, Grenzregimes und weitere Formen der Diskriminierung migrierter Personen und Gruppen eingeschrieben, die bislang zu wenig benannt, hinterfragt, kritisiert und reflektiert, geschweige denn in systematischer und selbstreflexiver Weise erforscht werden. Dies bezieht sich sowohl auf die wissenschaftliche Reflexion und Analyse des schulischen Lehrens und Lernens und u.a. damit einhergehender Formen institutioneller Diskriminierung als auch auf außerschulische Kontexte etwa im Bereich der beruflichen Integration Heranwachsender und Erwachsener und der sozialen Inklusion aller. Auch kommt hinzu, dass erwartet wird, dass im Bereich Deutsch als Zweitsprache mit nationalen und supranationalen Bildungsinstitutionen kooperiert wird, wodurch bestimmte in der wissenschaftlichen Literatur oft kritisierte diskriminierende Sprachförderformen ins Spiel kommen, die in vielfältiger Art und Weise in Migrations- und Grenzregimes und exkludierende Normalisierungspraktiken eingebunden sind. Bisher wurde allerdings nicht ausgearbeitet, wie Auftragsforschung und Politikberatung in diesen Kooperationen gestaltet werden kann. Wo fangen die „Grenzen“ der Wissenschaftler_innen an, wann ist die „Schmerzgrenze“ erreicht? Was sind die Bedingungen der Wissenschaft? Wie kann es gelingen, sich von der Politik nicht „instrumentalisieren“ zu lassen und die Kontrolle über die eigenen Beiträge nicht aus der Hand zu geben? Wer bestimmt, mit welchen Begriffen, Konzepten, Perspektiven und Konsequenzen wie geforscht wird? Die Tagung „Deutsch als Zweitsprache. Diskriminierung im wissenschaftlichen Diskurs“ soll einen Beitrag zur kritischen Analyse der Verfangenheit der Fachdisziplin in diskriminierende, inferiorisierende, marginalisierende und exkludierende Diskurse und Systeme leisten.