Fachdidaktik Deutsch

Dieser anwendungsorientierte Lehr- und Forschungsbereich der Germanistik beschäftigt sich mit den Bedingungen des Lehrens und Lernens im Unterrichtsfach Deutsch. Als wesentlicher Teil des Vier-Säulen-Modells des Lehramtsstudiums ist die Fachdidaktik Deutsch an der Schnittstelle zwischen Fachwissenschaft, Pädagogik und Schulpraxis angesiedelt. Der Fachbereich adressiert insbesondere LehramtskandidatInnen für das Schulunterrichtsfach Deutsch sowie LehrerInnen unterschiedlicher Schultypen und -stufen in Fort- und Weiterbildung. Er richtet sich aber auch an GermanistInnen im Hochschulbereich und im Kulturbetrieb, die mit Sprach- und Literaturvermittlung befasst sind.

Klimaprotest. Ästhetische Intervention oder Angriff auf Besitzverhältnisse?

Gastvortrag: Prof. Dr. Michael Baum (Institut für deutsche Sprache und Literatur, PH Karlsruhe)

Am Mittwoch 17.4.24, um 18:30 Uhr, Hauptgebäude, Tiefparterre, Stiege 9, Hörsaal 3

Der Vortrag versucht zu klären, welcher Zusammenhang zwischen Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit besteht. Ferner soll überlegt werden, wie dieser Zusammenhang die Positionen der Streitenden bestimmt. In didaktischer Perspektive kommt die Interdependenz sozialer, ökonomischer und ökologischer Faktoren als Bildungsziel in den Blick; eine Verengung ökonomischer Bildung auf Strategien unternehmerischen Handelns gilt es zu vermeiden.

Kritische Arbeit am Kanon im transkulturellen Literaturunterricht. Am Beispiel von Kleists Verlobung in St. Domingo

Gastvortrag: Assoc.-Prof. Dr. Hajnalka Nagy (Universität Klagenfurt)

Dienstag, 12.12.2023, 18.30-20.00 / Hauptgebäude, Tiefparterre, Stiege 9, Hörsaal 5

Kulturelle Identität ist ohne Erinnern und Gedächtnis nicht möglich (vgl. J. Assmann 2005, S. 89), genauso wie auch kulturelles Gedächtnis ohne Kanon, verstanden als Ensemble von Texten, kulturellen Repräsentationen sowie kollektiven Selbst- und Weltbildern, unvorstellbar ist. Eine spezifische Funktionalisierung erfahren Kanon und kollektives Gedächtnis im 19. Jahrhundert, indem sie zum Mittel der Hervorbringung nationaler Identität und kultureller Hegemonie werden. Der Konnex von Nation, Kanon und Macht wird insbesondere am Beispiel des Deutschunterrichts offensichtlich, der explizit im Dienst der nationalen Idee stand und heute noch – etwa durch die Dominantsetzung bestimmter Autor*innen und einer national gerahmten Literaturgeschichte – natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeitsstrukturen legitimiert.

Die herrschaftsstabilisierende Funktion von Kanon wird in der Literaturdidaktik seit Beginn der 2000er-Jahre problematisiert, wobei vor allem angesichts der Herausforderungen der postmigrantischen und postkolonialen Gesellschaft auf die Öffnung schulischer Kanons und auf eine kritische Reflexion von Kanonisierungs- und Traditionsbildungsprozessen insistiert wird. Um das bislang vorherrschende, an germano- und eurozentrische Erzählungen orientierte Konzept der literarischen Bildung neu zu justieren, greifen jedoch alternative Kanons zu kurz. Es bedarf vielmehr – wie TheoretikerInnen des pädagogischen Ansatzes des Verlernens (vgl. Castro Varela 2017) betonen – einer allgemeinen ‚Dekolonisierung‘ von Bildung, die im Deutschunterricht u.a. mit der Infragestellung jener kollektiven Deutungs- und Handlungsmuster sowie Selbst- und Weltvorstellungen einhergehen soll, die Klassiker bzw. ihre didaktischen Kommentierungen transportieren.

Ausgehend vom Konzept des Verlernens geht der Beitrag am Beispiel einer neuen Bearbeitung von Necati Öziri zu Kleists Die Verlobung in St. Domingo einerseits der Frage nach, welche Neuinterpretationen Klassiker unter postmigrantischen Bedingungen notwendigerweise erhalten, wenn sie auf aktuelle Diskurse antworten möchten. Andererseits wird gezeigt, wie dieser Bedeutungswandel kanonischer Werke und die Transformation des kulturellen Gedächtnisses auch für junge Leser*innen in einem transkulturellen Literaturunterricht reflektierbar werden kann, indem konventionelle und kontroversielle Deutungen von Klassikern in den Mittelpunkt literarischer Erinnerungsarbeit und Rassismuskritik gestellt werden.

Werkstattgespräche: Deutschdidaktik und Ökonomiedidaktik im Dialog

23./24. November 2023 an der Universität Koblenz

Die Werkstattgespräche sind Teil des interdisziplinären und internationalen Forschungsprojekts „Dynamiken des Ökonomischen. Literatur- und mediendidaktische Erkundungen“ (Uni Koblenz, Uni Wien, KPH Wien). Ziel des Projekts ist es, in Zusammenarbeit von Literatur- und Medienwissenschaftler:innen und -didaktiker:innen sowie in Kooperation mit Ökonom:innen und Politolog:innen das spezifische Potential literarisch sowie medial verfassten ökonomischen Wissens und ökonomischer Bildung für universitäre sowie schulische Vermittlungskontexte grundlegend zu reflektieren und aufzuarbeiten. Im Fokus stehen das ökonomische Wissen von Literatur und Medien sowie die Poetizität der Ökonomie, mithin auch die Interferenzen dieser Bereiche.

Die Veranstaltung am 23./24.11.2023 widmet sich dem interdisziplinären fachdidaktischen Dialog, der hier wörtlich zu verstehen ist: Innerhalb von drei Dialogrunden kommen drei Literatur-, Sprach- und  Mediendidaktiker:innen mit drei Ökonomie-Didaktiker:innen miteinander ins Gespräch. Die Gespräche werden audiovisuell aufgezeichnet und für weitere Forschungszwecke verfügbar gemacht.

Dialogpartner:innen:

Franziska Wittau (Fachdidaktik der Sozialwissenschaften; Universität Münster) & Ulf Abraham (Literaturwissenschaft und Deutschdidaktik; HU Berlin)

Nicole Ackermann (Fachdidaktik Wirtschaft & Gesellschaft; PH Zürich) & Jürgen Struger (Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik; Universität Klagenfurt)

Anja Bonfig (Sozio-ökonomische Bildung; PH Schwäbisch Gmünd) & Lucas Alt (Literatur- und Mediendidaktik; Universität Trier)

Organisation und Moderation:

Uta Schaffers (Universität Koblenz), Sabine Zelger (KPH Wien, Universität Wien), Reinhold Hedtke (Universität Bielefeld), Dieter Merlin (Universität Wien)

Künstlerische Praxen der Vergegenwärtigung

Künstlerische Praxen der Vergegenwärtigung

62. St. Pöltner Literaturtagung
16.-17. November 2023
Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten, Niederösterreich

 

Programm unter:

Tagungsfolder

https://www.oesterreichkunde.ac.at/einzelansicht/news/62-literaturtagung/

 

Veranstalter:
Institut für Germanistik der Universität Klagenfurt, Abteilung für Fachdidaktik, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Österreichkunde

Wissenschaftliche Leitung:
Nicola Mitterer, Hajnalka Nagy (beide Universität Klagenfurt) und Dieter Merlin (Universität Wien)

Organisation und Anmeldung:
Birgit Dörfl, Institut für Österreichkunde, Hanuschgasse 3/III, A-1010 Wien
Tel./Fax: +43/1/512 79 32; E-Mail: ioek.wirtschaftsgeschichte@univie.ac.at

Gastvortrag: Prof. Dr. Maik Philipp – „Ausweitung der Lesezone – Lesedidaktische Kartierungsversuche zu wichtiger werdenden Bestandteilen kompetenten Lesens“

Liebe Kolleg:innen,

ich freue mich, zu einem spannenden und hochaktuellen Gastvortrag einladen zu dürfen, der einen kritischen Blick auf die Transformationsprozesse des Lesens in Zeiten der Digitalisierung wirft.

Referent:
Prof. Dr. Maik Philipp, Professor für Deutschdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Zürich

Thema:
„Ausweitung der Lesezone – Lesedidaktische Kartierungsversuche zu wichtiger werdenden Bestandteilen kompetenten Lesens“

Datum: Montag 06.11.2023

Uhrzeit:
18:30 – 20:00

Ort:
Hörsaal 32

Abstract:
Die Digitalisierung hat das Lesen zu transformieren begonnen, was sich nicht nur, aber doch sehr deutlich am Lesen im Internet zeigt. Das Ergebnis ist paradox: Leser:innen stehen mehr potenzielle Inhalte denn je zur Verfügung, sodass sie gut wählen sollten, was sie davon lesen. Sie haben tendenziell zu vielen Wissensangeboten Zugang, aber sie werden auch mit Desinformation und verzerrten Sichtweisen konfrontiert und müssen die Gültigkeit von epistemisch unsicheren Informationen beurteilen. Sie treffen auf unterschiedliche Dokumente, die aber erst durch eigene aufwändige Prozesse zu einem kohärenten Modell führen. Generische Verstehensprozesse, wie sie die Lesedidaktik bislang zum Gegenstand hatte, bilden für diese Spannungsverhältnisse nur die Basis. Denn viele der in Quantität und Qualität neuen Leseanlässe setzen kritisches, evaluatives, epistemisches Lesen voraus. Was ein solches Lesen in seinen Dimensionen und den nötigen Prozessen ausmacht, beginnt sich gerade erst herauszuschälen. Diese Klärung wird in Zeiten von KI nochmals virulenter. Der Vortrag widmet sich vor diesem Hintergrund folgenden Fragen: – Welche Fähigkeiten werden dem kritisch-evaluativen Lesen subsumiert und wie lassen sie sich systematisieren? – Welche Anschlussfähigkeit besteht an weitere Konstrukte der Bildung wie Higher-Order-Thinking oder intellektueller Demut? – Welche lesedidaktischen Handlungsfelder ergeben sich prioritär?

Im Anschluss an den Vortrag wird es eine Diskussion und die Möglichkeit, Fragen zu stellen, geben. Wir hoffen, viele von Ihnen bei dieser spannenden Veranstaltung begrüßen zu dürfen und freuen uns auf einen anregenden Austausch.

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias Leichtfried

Filmmusik und Filmsound im Kontext ihrer Vermittlung

Vom 23. bis zum 24. Juni 2023 laden Henriette Engelke und Dieter Merlin in Kooperation mit der Kieler Gesellschaft für Filmmusikforschung in den Wiener Schreyvogelsaal (Hofburg) ein. Das finale Programm ist hier einsehbar.

Vortragende kommen aus der Filmwissenschaft, der Musikwissenschaft, der Fachdidaktik Musik, der Fachdidaktik Kunst und der Fachdidaktik Deutsch (Bereich Mediendidaktik).

Gastvortrag: Prof. Cornelius Herz: Immer wieder Kafka für Maurer?

*Erstellt mit Dall-E 2; promted von Matthias Leichtfried

Montag, 20. März 2023, 18:30 – 20:00 Uhr, Hörsaal 31, Hauptgebäude der Universität Wien

„Kafka für Maurer?“ lautet ein programmatischer Aufsatztitel von Drescher, Fell und Funnekötter (1979), der bis heute aktuell ist. Denn er bietet sich immer noch für Varianten ähnlicher Fragen zwischen literarischer Bildung und Gesellschaft an, die 2023 vielleicht heißen könnten „Kafka für Maurer*innen?“, „Kafka und Inklusion?“ oder „Kafka und Klassismus?“ Literatur lässt sich, so verstanden, als Kommunikationsangebot zwischen Kunstanspruch sowie (gesellschaftlichen) Handlungs- und Selbstkonzepten ausdeuten.

 

Veranstalter: Fachdidaktik Deutsch, Institut für Germanistik, Universitätsring 1, 1010 Wien

 

Absage: Digital – Interaktiv –  Kooperativ: Literaturgeschichtsvermittlung mit Hilfe modularer  Selbstlernsequenzen

Der Gastvortrag von Frau Dr. Kunz, der für Dienstag, 10. Jänner geplant war, muss leider entfallen, da die Referentin an Corona erkrankt ist. Gegebenenfalls wird der Vortrag im Sommersemester nachgeholt.

 

Online-Gastvortrag: Vielfalt im Literaturunterricht – Komplexe Differenzierung und Anregungen für inklusive Unterrichtsarrangements

Dr:in Daniela A. Frickel, Universität zu Köln

Dienstag, 13.12.2022, 11:30-13:00 Uhr

 

https://univienna.zoom.us/j/4959781805?pwd=STYxeEI3TWpQNEFPNGJ6cFU3dUlzdz09

Meeting-ID: 495 978 1805

Kenncode: LSuN9p

 

Ausgehend vom Konzept der komplexen Differenzierung zeigt der Vortrag Perspektiven für die Planung eines inklusionsorientierten Literaturunterrichts auf und lädt dazu ein, in Bezug auf potentielle literarische Gegenstände Zugänge auszudenken.

Absage: Gastvortrag „Der Computer schreibt mit. Digitales Schreiben als Koaktivität von Mensch und Medium“

Auf Grund einer Erkrankung von Univ.-Prof. Dr. Torsten Steinhoff muss der für Montag (28. November 2022) geplante Gastvortrag „Der Computer schreibt mit. Digitales Schreiben als Koaktivität von Mensch und Medium“ leider kurzfristig abgesagt werden. Es wird nach einem Ersatztermin gesucht.

Professuren

  • Stefan Krammer
    Univ.-Prof. für Fachdidaktik Deutsch und Neuere deutsche Literatur

Ass.-Prof. · Assoz. Prof. · ao. Univ.-Prof.

  • Jutta Ransmayr
    Assoz. Prof. für Fachdidaktik Deutsch
    Vize-Studienprogrammleiterin

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (post doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (prae doc)

Lehrbeauftragte

Portrait

1. Zentrale Arbeitsfelder

Fachdidaktik Deutsch umfasst die Bereiche Literatur-, Sprach- und Mediendidaktik, die inter- und transdisziplinär bearbeitet werden. Das Forschungsprofil der Wiener Deutschdidaktik zeichnet sich durch folgende Schwerpunkte aus:

  • Ein zentraler Bereich ist die Literaturlehr- und -lernforschung, die Inhalte, Methoden und Ziele von Literaturvermittlung an der Schnittstelle von Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Deutschdidaktik untersucht und im bildungspolitischen Kontext reflektiert.
  • Die Theaterdidaktik und die performative Literaturdidaktik bilden einen weiteren Forschungsschwerpunkt. Ausgehend von theoretischen Grundlagen werden diskursiv-analytische sowie handlungs- und produktionsorientierte Zugänge für den Deutschunterricht erarbeitet.
  • Im Bereich der Film- und Mediendidaktik steht die fachwissenschaftliche und fachdidaktischen Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand und kulturellen Handlungsfeld Film sowie intermediale Perspektiven für den Deutschunterricht im Vordergrund.
  • Im Zusammenhang damit werden deutschdidaktische Zugänge einer Kultur des Digitalen erforscht. Aktuelle Aspekte wie KI spielen dabei ebenso eine Rolle, wie der Umgang mit Social Media und Fake News.
  • Ein Forschungsinteresse gilt den unterschiedlichen Dimensionen des Politischen im Deutschunterricht, insbesondere bei der Vermittlung von Literatur. Anhand eines transdisziplinären Ansatzes wird gefragt, inwiefern deutschdidaktische Positionen politische Konzepte reflektieren bzw. dafür anschlussfähig sind.
  • Untersucht werden zudem Rolle und Funktion von Gender und Diversität im Deutschunterricht. In Auseinandersetzung u.a. mit Inklusion, Intersektionalität, Global Citizenship Education werden Konzepte eines identitätsorientierten Deutschunterrichts weiterentwickelt.
  • Ein zentraler Schwerpunkt liegt in der Erforschung von Mehrsprachigkeit im Kontext des Deutschunterrichts. Im Fokus stehen dabei unterschiedliche Varietäten des Deutschen.
  • Im Bereich der Sprachdidaktik steht die Auseinandersetzung mit Sprachnormen im Fokus. Erforscht werden hier besonders Aspekte der Sprachreflexion im Zusammenhang mit Grammatik und Orthografie.

Neben dieser didaktischen Grundlagenforschung hat sich an der Fachdidaktik Deutsch ein Schwerpunkt von angewandter Forschung im Sinne der Third Mission etabliert. So sind einzelne Mitarbeiter*innen und Lehrende der Wiener Fachdidaktik seit den 1980er Jahren an der Erarbeitung der Lehrpläne für das Unterrichtsfach Deutsch beteiligt. Darüber hinaus wirkt der Fachbereich in Zusammenarbeit mit dem Ministerium an der Erstellung und Umsetzung von Bildungsstandards und der Zentralmatura (SRDP) mit.

 

2. Gesellschaftliche Aufgaben und Kooperationen

Gerade bei einem Fachbereich, der zwischen Wissenschaft und Schule vermittelt, ist es notwendig, über normative und deskriptive Zugänge hinausgehend Entwicklungen der Gesellschaft und Politik zu berücksichtigen und kritisch zu reflektieren. Dieser Anforderung kommt die Fachdidaktik Deutsch durch ihre Lehrpraxis und wissenschaftlichen Schwerpunkte nach, die aktuelle Theorien aufgreifen und kritische Gesellschafts- bzw. Kulturkonzepte integrieren. In den fachdidaktischen Pflichtlehrveranstaltungen werden auf Basis der Didaktikforschung Ziele, Methoden und Inhalte des Deutschunterrichts erarbeitet und analysiert. Damit sollen Grundlagen für ein Unterrichtsverhalten geschaffen werden, das über eine reine Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und Wissen hinausgeht. Ziel ist vielmehr der Auf- und Ausbau von sprachlichen, literarästhetischen und medienspezifischen Kompetenzen von jungen Menschen (Sekundarstufe I und II) sowie von Erwachsenen (2. Bildungsweg).

Neben dem Augenmerk auf gesellschaftliche Fragen in Forschung und Lehre sind für die Fachdidaktik Deutsch insbesondere jene Praxisbezüge relevant, die über Kooperationen sowie Kontakte zu Schulen und Bildungsinstitutionen realisiert werden. So wird durch ein Netzwerk an Kooperationsschulen mit dem Institut für Germanistik die transdisziplinäre Forschungs- und Projektarbeit gefördert. Darüber hinaus sind Mitarbeiter*innen des Fachbereichs nicht nur als Deutschlehrer*innen tätig, sondern auch als Leiter*innen von Arbeitsgemeinschaften. Mitarbeiter*innen wirken als Herausgeber*innen, Redaktionsmitglieder und Beiräte fachdidaktischer Zeitschriften (beispielsweise der einzigen österreichweiten Deutschdidaktikzeitschrift ide) und sind an der Organisation nationaler und internationaler Tagungen sowie diverser schulinterner und schulübergreifender Projekte beteiligt. Nicht zuletzt fungieren sie als Leiter*innen von Fortbildungsseminaren an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten.

 

3. Zur Geschichte

Die Fachdidaktik Deutsch am Institut für Germanistik wurde lange Zeit fast ausschließlich von Lehrenden vertreten, die als Deutschlehrer*innen an höheren Schulen beschäftigt waren. Das galt sowohl für die Lehre als auch für die Forschung, die vornehmlich aus Leistungen auf dem Gebiet der angewandten Forschung (Dokumentationen, Erstellung und Analysen von Lernmaterialien und Unterrichtskonzepten) bestand. Durch die Gründung eines Fachdidaktischen Zentrums Deutsch am Institut für Germanistik im Jahr 2006 wurde die Deutschdidaktik als wissenschaftliche Disziplin gestärkt und zu einer anwendungsorientierten Lehr- und Forschungseinheit ausgebaut. Seit 2015 verfügt sie über eine Professur und mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter*innen.

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