Aktuelles

Hans-Jürgen Krumm zum 80. Geburtstag

Emer. Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Krumm feiert am 19. Juli 2022 einen runden Geburtstag!

Unser Kollege Hans-Jürgen Krumm hatte – nach langjähriger Tätigkeit und einer Professur an der Universität Hamburg– 1993 bis 2010 den Lehrstuhl für Deutsch als Fremdsprache am Institut für Germanistik inne und war damit auch der erste Hochschullehrer für dieses Fach in Österreich. Er baute am Institut für Germanistik den Fachbereich Deutsch als Fremdsprache und das Masterstudium für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache auf und sorgte dafür, dass das Lehrgebiet auch Bestandteil des damaligen Diplomstudiums für Deutsche Philologie sowie des Unterrichtsfachs Deutsch wurde.

Hans Jürgen Krumm steht nicht nur für die akademische Etablierung von Deutsch als Fremdsprache und – später – Deutsch als Zweitsprache in Österreich, sondern war darüber hinaus stets in der bildungspolitischen Öffentlichkeit mit Beiträgen zu migrationsbezogenen Fragen präsent. Er vertrat dabei konsequent eine menschen- und sprachenrechtsbezogene Perspektive und argumentierte nicht nur für die Berücksichtigung der Komplexität von Deutschlernprozessen in der Migrationsgesellschaft, sondern auch nachdrücklich für den Einbezug der migrationsbedingten Mehrsprachigkeit.

Hans-Jürgen Krumm ist auch heute weiterhin ein Vorbild und eine Quelle der Inspiration bei fachbezogenen Arbeiten und in vielen Fachgruppen sowohl in Österreich als auch international präsent.

Dem Jubilar gratulieren wir im Namen des Fachbereichs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache herzlich zum 80. Geburtstag und wünschen ihm Glück und Gesundheit für seinen weiteren Lebensweg!

Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim
Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm
Ass.-Prof. Mag. Dr. Hannes Schweiger

Empfehlung zur Präsenzlehre

Empfehlung des Instituts für Germanistik an seine Lehrenden

Das Institut für Germanistik versteht das Studium als sozialen und interaktiven Prozess, der auf der regelmäßigen gemeinsamen Präsenz von Lehrenden und Studierenden an der Universität basiert. Die Anwesenheit in den universitären Räumen ist von zentraler Bedeutung für motivierende, weil offene und flexible Unterrichtssituationen, für die Vernetzung der Studierenden untereinander, für die intensive Befassung mit den Lehrinhalten und zudem für die gegenseitige Unterstützung bei Fragen und Problemen. Darüber hinaus bietet die Universität etliche Begegnungsräume für Studierende und schafft damit den Rahmen für gemeinsames Lernen jenseits sozialer oder ökonomischer Differenzlinien. Aus diesem Grund bekennt sich das Institut für Germanistik zur Präsenzlehre und empfiehlt seinen Lehrenden, die Studierenden zum aktiven Besuch aller Lehrveranstaltungstypen zu motivieren und entsprechend Online-Unterricht und Streams oder Aufzeichnungen von Vorlesungen nur dann anzubieten, wenn es die Pandemiesituation wirklich erfordert.

Workshop: Ein Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke für Österreich?

mit Vorträgen von Angelika Wöllstein, Björn Rothstein, Thomas Lindauer, Christiane Pabst, Peter Ernst, Franz Unterholzner, Marcel Illetschko, Wolfgang Schörkhuber, Silvia Schrenk

Organisation und Konzept: Jutta Ransmayr

Freitag, 10. Juni 2022, 9-15 Uhr

Green Lounge und hybride Teilnahme

Analogue Humanities? Das Handwerk der Geisteswissenschaften im Digitalzeitalter

Zur Verhältnisbestimmung von Analogem und Digitalem in den Literatur-, Kunst-, Sozial- und Kulturwissenschaften

Universität Wien, Alte Kapelle am Campus, 1.7.-2.7.2022

Längst ist unabweislich geworden, dass wir in einer digitalen Kultur leben. Nicht allein das Alltagsleben, auch die wissenschaftliche Arbeit ist in einer Weise davon geprägt, die es fragwürdig werden lässt, nur einen – mittlerweile fest etablierten – Teilbereich davon als ‚Digital Humanities‘ zu bezeichnen. Angesichts dieser Nähe stellt die Konferenz die Frage nach dem Verhältnis von digitalen und ‚traditionellen‘ Geisteswissenschaften. Zu fragen ist dabei insbesondere, worin sie sich unterscheiden, ob sie etwa andere Methoden anwenden, andere Gegenstände bearbeiten oder andere Heuristiken zugrunde legen und wie deren Mischungsverhältnisse und Überlappungszonen beschaffen sind. Dabei soll versuchsweise auch Perspektive der Unterscheidung umgekehrt und die Frage zumindest stärker konturiert werden, ob und in welcher Weise es komplementär zu den digitalen Geisteswissenschaften tatsächlich ‚Analogue Humanities‘ gibt. Es geht daher zum einen um die praxeologische Musterung gegenwärtiger Arbeitsweisen und ihrer diskursiven Voraussetzungen, zum anderen um die Frage, welche bisher latenten theoretisch-methodischen Probleme durch die neuen Forschungszugänge virulent werden. Auf dieses Weise figurieren die ‚Digital Humanities‘ gleichsam als Reflexionsfigur, durch die aus philosophischer, medienwissenschaftlicher, soziologischer, historischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive die Rolle der ‚Geisteswissenschaften‘ im Digitalzeitalter erkundet wird.

Gäste sind herzlich willkommen.
Um Voranmeldung unter daniel.ehrmann@univie.ac.at wird gebeten.

Programm als PDF

Dariya Manova erhält den zweiten Preis der Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung für Geisteswissenschaften

Lars Kreye und Dariya Manova

Die Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung für Geisteswissenschaften vergibt am 12. Mai 2022 zum ersten Mal die „Boehringer Ingelheim Preise für Geisteswissenschaften“. 

Assistenzprofessorin Dariya Manova erhält den 2. Preis für ihre Dissertation „,Sterbende Kohle‘ und ,flüssiges Gold‘. Rohstoffnarrative in der Populärliteratur und Publizistik der deutschen Zwischenkriegszeit“, erschienen 2021 im Wallstein-Verlag.

Dariya Manova hat aufgedeckt, dass Rohstoffe wie Öl und Kohle in der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg zu einem Leitmotiv in Literatur und Publizistik wurden. Dabei spielte die Sorge um die langfristige Energieversorgung eine zentrale Rolle. Aber auch die deutsche Niederlage im 1. Weltkrieg wurde mit der ungleichen Verfügbarkeit der Ressourcen zwischen den Kriegsnationen erklärt. Dariya Manova hat untersucht, wie der Diskurs über endliche Rohstoffe die Programme der Buchverlage und den Pressemarkt prägte – mit z. T. verblüffenden Parallelen zu heute – und wie er die Gestalt populärer Sachbücher, Biografien und Zukunftsromane beeinflusste. Die klug argumentierende Arbeit verknüpft dazu Geschichts- und Kulturwissenschaften und beeindruckt durch ihre Originalität.

Internationale Tagung: Deutsch als Zweitsprache. Diskriminierung im wissenschaftlichen Diskurs.

Datum: 08. – 09. April 2022

Veranstaltungsleitung: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim, M.A. (Univ. Wien), Prof. Mag. Dr. Rainer Hawlik, BEd (PH Wien), Prof. Dr. Anke Wegner (Univ. Trier)
Organisation & Kontakt: Mag. Nicole Irmler

Dem wissenschaftlichen Diskurs im Fach Deutsch als Zweitsprache sind seit Anbeginn und bis heute in facettenreicher Weise Formen des Zugehörigkeitsregimes, Grenzregimes und weitere Formen der Diskriminierung migrierter Personen und Gruppen eingeschrieben, die bislang zu wenig benannt, hinterfragt, kritisiert und reflektiert, geschweige denn in systematischer und selbstreflexiver Weise erforscht werden. Dies bezieht sich sowohl auf die wissenschaftliche Reflexion und Analyse des schulischen Lehrens und Lernens und u.a. damit einhergehender Formen institutioneller Diskriminierung als auch auf außerschulische Kontexte etwa im Bereich der beruflichen Integration Heranwachsender und Erwachsener und der sozialen Inklusion aller. Auch kommt hinzu, dass erwartet wird, dass im Bereich Deutsch als Zweitsprache mit nationalen und supranationalen Bildungsinstitutionen kooperiert wird, wodurch bestimmte in der wissenschaftlichen Literatur oft kritisierte diskriminierende Sprachförderformen ins Spiel kommen, die in vielfältiger Art und Weise in Migrations- und Grenzregimes und exkludierende Normalisierungspraktiken eingebunden sind. Bisher wurde allerdings nicht ausgearbeitet, wie Auftragsforschung und Politikberatung in diesen Kooperationen gestaltet werden kann. Wo fangen die „Grenzen“ der Wissenschaftler_innen an, wann ist die „Schmerzgrenze“ erreicht? Was sind die Bedingungen der Wissenschaft? Wie kann es gelingen, sich von der Politik nicht „instrumentalisieren“ zu lassen und die Kontrolle über die eigenen Beiträge nicht aus der Hand zu geben? Wer bestimmt, mit welchen Begriffen, Konzepten, Perspektiven und Konsequenzen wie geforscht wird? Die Tagung „Deutsch als Zweitsprache. Diskriminierung im wissenschaftlichen Diskurs“ soll einen Beitrag zur kritischen Analyse der Verfangenheit der Fachdisziplin in diskriminierende, inferiorisierende, marginalisierende und exkludierende Diskurse und Systeme leisten.

DoCNet DaF/DaZ-Didaktik 2022

Veranstaltungsort: Strobl am Wolfgangsee, Österreich
Datum: 12. – 14. Mai 2022

Veranstaltungsleitung: İnci Dirim
Organisation & Kontakt: Nicole Irmler

Das DoCNet DaF/DaZ-Didaktik wurde 2015 als nationale Zusammenarbeit der Universitäten Graz und Wien ins Leben gerufen und ist mittlerweile als internationale Kooperation von acht Universitäten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz etabliert. Es findet im Rahmen eines zweieinhalbtätigen Kolloquiums einmal jährlich in Strobl am Wolfgangsee statt und dient der Präsentation und Diskussion von Dissertationsprojekten im Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und benachbarten Feldern wie Mehrsprachigkeitsdidaktik.

Das Kolloquium wird durch einen Vortrag eröffnet. Daran anschließend finden die Präsentationen und Diskussionen der Dissertationsprojekte statt. Zusätzlich können die DissertantInnen auch individuelle Beratungen der ProfessorInnen in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus besteht bei den gemeinsamen Mittag- und Abendessen die Möglichkeit zum informellen Austausch zu Fragen der Forschung, Promotion und wissenschaftlichen Karriereplanung. Mit diesem Arrangement soll dieses Kolloquium neben der fachlichen auch zur internationalen Vernetzung didaktisch orientierter DaF/DaZ-NachwuchswissenschaftlerInnen beitragen.

Sprache entdecken. Wie durch explorativen Grammatikunterricht das Sprachbewusstsein erweitert und vertieft werden kann

Gastvortrag Dr. Knut Stirnemann, Universität Zürich

Montag, 23. Mai 2022, 16.45 – 18.15 Uhr

BIG-Hörsaal, Hauptgebäude der Universität Wien

Gäste sind herzlich willkommen! Bitte beachten Sie die zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Regelungen

11. Workshop Sprachwissenschaftliche Doktorand:innen der Wiener Germanistik and friends (2022)

Der 11. Workshop des Netzwerks „Sprachwissenschaftliche Doktorand:innen der Wiener Germanistik and friends“ findet heuer am 10. und 11. November 2022 statt.

Ort: Institut für Schallforschung, Wohllebengasse 12-14, 1040 Wien (Präsenzveranstaltung, wenn möglich)

Auch heuer soll der Workshop Doktorand:innen der germanistischen Linguistik (und angrenzender Fachbereiche) die Möglichkeit eröffnen, ihre individuellen Dissertationsprojekte zu präsentieren und ausführlich miteinander zu diskutieren. So es die Corona-Situation zulässt, wird der Workshop als Präsenzveranstaltung stattfinden.

Call for Papers:

Es stehen folgende Präsentationsformate zur Auswahl:

  • Vorträge (20 Minuten Vortrag + 10 Minuten Diskussion)
  • Impulsvorträge (10 Minuten Vortrag + 10 Minuten Diskussion)
  • Posterbeiträge

Die Vortragseinheiten können dazu genutzt werden, entweder das gesamte Dissertationsvorhaben vorzustellen oder aber auf konkrete Fragestellungen und aktuelle spezifische (methodische/theoretische) Probleme Bezug zu nehmen. Sie richten sich sowohl an Doktorand:innen, die in ihrem Forschungsvorhaben bereits weiter vorangeschritten sind, als auch an Personen, die sich noch in der Anfangsphase des Dissertationsvorhabens befinden. Interessierte werden gebeten bis 15. September 2022 eine kurze Inhaltsangabe (max. 2000 Zeichen), das gewünschte Präsentationsformat sowie 2-3 Schlagworte (Tags) zur thematischen Einordnung an folgende E-Mailadresse zu schicken: dok.workshop.germanistik@univie.ac.at.

Wir freuen uns sehr auf viele spannende Einreichungen! Ebenso sind die Betreuenden der Dissertationsprojekte und auch alle anderen Interessierten herzlich willkommen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Das Organisationsteam

Univ.-Prof. Dr. Alexandra N. Lenz
ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Ernst
Katharina Kranawetter, BA BA MA
Jan Luttenberger, BA MA

Webseite des Doktorand:innen-Netzwerks: https://linggerm.univie.ac.at/